Am 18. Dezember 2025 nahm die gesamte 11. Jahrgangsstufe an dem ganztägigen Planspiel „Fakt or Fake“ teil. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von der Fachschaft Politik und Gesellschaft. Ziel des Planspiels war es, politische Entscheidungsprozesse nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern sie für die Schülerinnen und Schüler praktisch erfahrbar zu machen.
Der besondere Reiz eines Planspiels liegt darin, dass Lernen hier nicht aus Zuhören besteht, sondern aus Handeln. Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in Rollen, übernehmen Verantwortung, vertreten Positionen und erleben, wie komplex politische Entscheidungsfindung tatsächlich ist. Argumente müssen abgewogen, Kompromisse gefunden und Mehrheiten organisiert werden. Politik wird so vom abstrakten Begriff zum greifbaren Erlebnis.
Im Zentrum des Szenarios stand ein hochaktuelles Thema: der Umgang mit der wachsenden Flut an Fake News und Hate Speech im digitalen Raum. In ihren Rollen als EU-Parlamentarierinnen und EU-Parlamentarier erarbeiteten die Teilnehmenden eigene Gesetzesvorschläge, mit denen diesen Entwicklungen begegnet werden sollte. Dabei zeigte sich schnell, dass einfache Lösungen selten existieren.
Besonders intensiv wurde die Frage diskutiert, wie begründete Gefahren für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt eingedämmt werden können, ohne dabei das Recht auf freie Meinungsäußerung zu untergraben oder neue Formen von Zensur zu schaffen. Die Schülerinnen und Schüler mussten lernen, Spannungsfelder auszuhalten, unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen und ihre Positionen überzeugend zu vertreten.
Das Planspiel bot somit nicht nur einen Einblick in die Arbeitsweise des Europäischen Parlaments, sondern förderte zugleich politisches Urteilsvermögen, Teamarbeit und Diskussionsfähigkeit. Ein gelungener Tag, der gezeigt hat, dass politische Bildung lebendig, anspruchsvoll und zugleich spannend sein kann.
Stephan Franz
Mit viel Engagement schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von EU-Parlamentarierinnen und EU-Parlamentarier.
Fotos: Stephan Franz